Bogenklänge – ein Ausstellungs-Nachmittag im Schloss Fußgönheim

Am vergangenen Sonntag durfte ich im Schloss Fußgönheim die Ausstellung „Bogenklänge“ von Gabriele Fastus besuchen. Für mich war das eine besondere Freude, denn Gabriele kenne ich schon eine Weile aus dem Kunsttreff freiRAUM und durch unsere gemeinsame Ausstellung mit der Gruppe SALT 26. So habe ich ihre Kunst bereits in unterschiedlichen Zusammenhängen kennenlernen dürfen.
Der Titel „Bogenklänge“ hat mich sofort angesprochen. Was passiert eigentlich, wenn man einen Bogen spannt? Zwei Punkte werden miteinander verbunden, Spannung entsteht und etwas kommt in Bewegung. Genau diesen Gedanken hatte ich auch beim Betrachten von Gabrieles Arbeiten.
Besonders aufgefallen ist mir eine Gruppe von Bildern mit verschlungenen, farbigen Fäden an der Stirnseite der Schlossgalerie. Diese sind mit Pastellkreide gemalt und wirken auf mich wie Melodien, die sich durch einen Augenblick bewegen. Dabei geht es nicht nur um das, was gerade jetzt geschieht, sondern auch um das, was vorher war.

Gabriele beschreibt auch die vielen „Melodie-Fäden“, die wir aus vergangenen Erfahrungen mitbringen. Erinnerungen, Begegnungen und Erlebnisse sind Teil von uns und klingen in unserem gegenwärtigen Leben weiter. Manchmal wie ein Ohrwurm.
Ein Bild bleibt nicht unbedingt nur ein Bild. Etwas kann sich in uns bewegen, ein Gedanke, ein Gefühl, eine Erinnerung. Und manchmal klingt davon noch etwas nach.
In der Ausstellung sind neben diesen Arbeiten auch Werke aus anderen Schaffensphasen und zu anderen Themen zu sehen. Und doch entsteht zwischen den unterschiedlichen Bildern eine Verbindung. Bei den Arbeiten hat Gabriele die Passepartouts selbst gestaltet und darauf Fäden aufgemalt. So taucht das Motiv der Fäden auch bei diesen Bildern wieder auf und verbindet die verschiedenen Werke miteinander.

Dabei ist die Ausstellung ausgesprochen farbenfroh und leicht. Und auch Gabriele selbst passte an diesem Nachmittag wunderbar in diese Atmosphäre: Sie empfing uns gutgelaunt in einer ebenso farbenfrohen Tunika. Dazu kamen der Sektempfang, andere Getränke und kleine Snacks. Es war ein schöner Rahmen für Begegnungen und Gespräche.

Auch die Räume des Schlosses tragen zur Wirkung der Ausstellung bei. Durch die großen Fenster fällt viel Licht in die Räume, und der Blick nach draußen auf das Gelände bringt Innen und Außen miteinander ins Spiel. So wirken die Bilder noch einmal anders, je nachdem, wie das Licht auf sie fällt.
Und dann brachte ein leichter Windhauch von draußen tatsächlich einige der Bilder ein wenig in Bewegung. Für einen Moment passte auch das ganz unmittelbar zu dem Gedanken hinter „Bogenklänge“: Etwas gerät in Bewegung und klingt vielleicht noch ein wenig weiter.

Ein Besuch im Schloss Fußgönheim
„Bogenklänge“ ist Teil der Reihe KUNSTnachMittag des Kunsttreffs freiRAUM und noch am 30. August und 6. September 2026 in der Schlossgalerie Fußgönheim zu sehen. Der 6. September ist zugleich Museumstag. An diesem Tag sind die Museen des HKK geöffnet und auch das Café lädt zum Besuch ein.
Überhaupt lohnt sich ein Blick auf das Kulturprogramm des HKK Fußgönheim. Im Schloss finden regelmäßig Ausstellungen und weitere kulturelle Angebote statt. Der Museumstag findet jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und bietet eine gute Gelegenheit, das Schloss, die Museen und die aktuellen Ausstellungen kennenzulernen.
